Leseproben aus einzelnen Kapiteln des Buches "Lebenslinien–Menschen im Krieg"

Inhalt
 

1.        Gedanken zu Frieden und Krieg. 2

2.        Fast fühlte es sich an wie Frieden.. 8

3.        Alliierte Truppen erreichen Südwestdeutschland. 14

4.        Die letzten Monate des Krieges im Elsass und in den Vogesen.. 19

5.        Die Aktion „Waldfest“ und die deutsche Repression.. 24

6.        Generalmajor Franz Vaterrodt und das Wehrmachtskommando Straßburg. 43

7.        Operation Loyton, das 2. SAS-Regiment. 50

8.        Deutsche Luftwaffen-Soldaten in St. Pôle. Die Radarstellung „Dingo“. 66

9.        Die G.M.A.-Vosges und der Kampf bei Viombois. 81

10.       Chaos und Fanatismus der deutschen Militärführung, Viombois und La Barraque. 111

11.       48 Jahre danach. Begegnung mit den Menschen. 123

12.       Verraten und missbraucht. Hitlerjugend im Krieg. 133

13.       Hitlerjungen vom Bodensee im Kriegseinsatz. 158

14.       Meine Jugendzeit wünsche ich mir nicht zurück. 178

15.       Erinnerungen eines Dabeigewesenen.. 186

16.       Wir lebten in der Hoffnung auf eine baldige Befreiung. 196

17.       Zum Kriegssondereinsatz nach Frankreich.. 206

18.       Kriegserinnerungen eines Elsässers. 213

19.       Aus dem Leben eines Luftwaffen-Soldaten.. 218

20.      Lebenslinien reißen. Duisburg, 8. Dezember 1944. 281

21.       Freiburg im Breisgau. Das Ende der NG200 und ihrer Besatzung. 305

22.      Im Gesicht des Feindes den Menschen sehen. Absturz am Silberberg bei Hinterzarten. 357

23.      Die Geschichte von Francis Max aus Neuseeland. 403

24.      Glück, Trauma und Tod. Ein Blick aus dem Panzer. 420

25.      Gott mit uns. Gefangene werden nicht gemacht. 448

26.      Literaturverzeichnis. 460

27.      Zeitzeugen und Unterstützer. 462

28.      Abkürzungen.. 463

29.      Alphabetischer Index, Suchwörter. 465

Leseproben

Gedanken zu Frieden und Krieg

 

Die nationalsozialistischen Politiker des Dritten Reiches bauten Feindbilder auf, die die Menschen in ihrem Sinne beeinflussen sollten. Sie propagierten mit ausgeprägtem Fanatismus typische „Wesensunterschiede“ von Fremden zu Deutschen, wie Rasse, Religion und Herkunft. Daraus leiteten sie eine große Bedrohung des deutschen Volkes in nahezu allen Lebensbereichen ab. Am Ende stand ein Krieg, ein Weltkrieg, der Millionen Menschen das Leben kostete und unwiederbringliche Lebensgrundlagen zerstört hat. In Vernichtungskämpfen wurden Millionen Menschen, Soldaten wie Zivilisten, in Mitleidenschaft gezogen, erlitten Tod, Verwundungen und Traumata. Sie wurden später von Schuldgefühlen geplagt und haben ihr Leben lang mit diesen Traumata gelebt, die sich häufig erst an ihrem Lebensende in einem qualvollen Sterben entladen haben.

Alle sind heute verpflichtet sich uneingeschränkt dieser schwierigen Erinnerung zu stellen. Die Worte Krieg, Frieden, Erinnerung, Gedenken und Versöhnung müssen wieder in den Köpfen der Menschen und der Politiker verankert werden. Ihre Sinninhalte und ihre Realität sind in unser tägliches Denken und Handeln einzubetten, auch, wenn es uns Mühe macht und gelegentlich sogar Schmerz bereitet. Dieses Bemühen zu vernachlässigen bedeutet, dass diese Sinninhalte im Laufe der Jahre ihren Wert und ihre Wichtigkeit verlieren. Sie verkommen, wie uns die Gegenwart zeigt, häufig zu nahezu leeren Worthülsen. Das Wichtigste für die Menschen ist der Frieden. Ohne Frieden bleibt alles in der Welt unvollkommen. Nur wo Frieden herrscht, kann es keinen Krieg geben. Doch ein Blick in unsere gegenwärtige Gesellschaft und Politik bestätigt geradezu, dass diese genannte Friedensvorstellung dem Denken und Handeln in der heutigen Zeit nicht entspricht. Es gibt immer noch Kriege und politische Gewalt in der Welt. Fast täglich kommen neue Kriege hinzu. Auch Deutschland beteiligt sich seit langen Jahren an Kriegen. Vom Frieden in der Welt sind wir weit entfernt.

Fast fühlte es sich an wie Frieden

 

In den kleineren Orten am deutschen Bodenseeufer ging es in den 1930er und 1940er Jahren ärmlich zu. Die meisten Menschen lebten in kleinlandwirtschaftlich geprägten, spartanischen Verhältnissen. Tourismus, als Erwerbsquelle, gab es nur in ganz bescheidenem Umfang. Ihre Wohnorte blieben mehrheitlich von materiellen Kriegsfolgen verschont. Krieg und Nationalsozialismus wurden von den meisten Bewohnern geduldig, häufig jedoch bejahend, hingenommen. Abends, nach getaner Arbeit, trafen sich die Familien wie eh und je vor den Häusern. Die Frauen kamen von der Arbeit auf dem Feld, das häufig so klein war, dass es eine Familie kaum ernähren konnte. Väter, die nicht im Krieg waren, und auch die Kinder, mussten durch eine bezahlte Arbeit außerhalb der eigenen Landwirtschaft den Lebensunterhalt der Familie aufbessern. Auf den ersten Blick hatte es den Anschein, als ob das Leben auch im Krieg in diesen kleinen Orten seinen normalen Gang ginge, wäre da nicht die Sorge um die jungen Menschen gewesen, die zum Kriegsdienst eingezogen waren. Fast ganze Jahrgänge junger Menschen kamen nie mehr in ihre Heimatorte zurück. Die Toten hinterließen ihre Familien in lähmender Trauer. Gefallen für Führer, Volk und Vaterland, so sagte man damals, wenn ein Mensch gewaltsam zu Tode gekommen war. Wirklich getröstet hat diese Phrase niemanden, denn die Trauer um einen geliebten Menschen war selbst im Nationalsozialismus, im geschützten Raum einer Familie, nicht zu manipulieren. In den Kriegsjahren haben mehr als hundert Trauermessen für die Gefallenen allein in Sipplingen, einem Ort mit damals 800 Einwohnern, stattgefunden. Über die tatsächlichen Kriegsereignisse und ihre Folgen wurde in den ländlichen Gesellschaften damals so gut wie nichts bekannt. Nicht in jedem Haus gab es eine Zeitung oder ein Radio, um zumindest die Meldungen der nationalsozialistischen Nachrichtendienste zu empfangen. Offene Diskussionen fanden so gut wie nicht statt. Die nationalsozialistische Durchdringung aller Lebensbereiche und der öffentlichen Einrichtungen in den Gemeinden wurde weitestgehend akzeptiert und aktiv unterstützt. Die Menschen in den Orten glaubten in ihrer Mehrheit lange an den „Endsieg“, die Partei und ihren Führer, der in einer Rede einmal sagte: „Ich bin euer Gott“. Die wenigen, die nicht an diesen „Gott“ glaubten, wurden schikaniert, bedroht und zum Teil auch bestraft. Dennoch fühlte sich das, was die Bewohner zu dieser Zeit erlebten, in ihrem Verständnis wie Frieden an. Draußen im Deutschen Reich und in der Welt lief der Krieg mit aller Härte und Unmenschlichkeit weiter. Doch in Wirklichkeit erlebten die Menschen seit Beginn des Krieges die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts, die erst am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches endete.

Alliierte Truppen erreichen Südwestdeutschland

 

Alliierte Truppen landeten am 18. August 1944 im Zuge der Operation „Anvil“ in Frankreich am Rhonedelta. Sie kämpften sich die Rhone aufwärts und vereinigten sich Mitte September 1944 westwärts der Vogesen mit den Invasionstruppen aus der Operation „Overlord“, der Landung in der Normandie, vom 6. Juni 1944. Die deutsche 1. Armee, aus dem Bereich der westfranzösischen Atlantikküste, und die deutsche 19. Armee, von der südfranzösischen Mittelmeerküste, zogen sich unter großen Verlusten kämpfend in Richtung Osten und Norden, durch Südwestfrankreich und das Rhonetal zurück. Es bestand die Gefahr, dass die beiden deutschen Armeen durch den Zusammenschluss der alliierten Truppen der Operationen „Overlord“ und „Anvil“, westlich der Vogesen eingekesselt werden könnten. Die 1. Armee entkam der möglichen Einkesselung westwärts und nordwärts der Vogesen und der 19. Armee gelang es durch die Burgundische Pforte, südlich der Vogesen, in Richtung Rhein zu entkommen. Im Zuge der Kampfhandlungen der 1. und 19. Armee gab es schlimme militärische Exzesse und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung im Vogesengebiet und in der französischen Rheinebene.

In einer nun folgenden Umfassungsoperation schlossen die alliierten Truppen der Operation „Anvil“ und der Operation „Overlord“ die Vogesen von Süden, Westen und Norden ein. Am 25. November 1944 wurde Straßburg durch französische und amerikanische Einheiten, aus nördlicher Richtung kommend, von der deutschen Besatzung befreit. Südlich von Straßburg bereitete die vollständige Umschließung der Vogesen den Alliierten einige Probleme, sodass fast bis Ende Februar 1945 ein Brückenkopf der 19. Armee bei Colmar in deutscher Hand blieb.

Die letzten Monate des Krieges im Elsass und in den Vogesen 

 

Je weiter die Fronten der Befreiung in Frankreich nach Westen und Norden vorankamen, desto kleiner wurde das besetzte Gebiet, in dem die Deutschen ihre Macht und Repression ausüben konnten. Mit dem Kleinerwerden der besetzten Gebiete nahm die Grausamkeit der deutschen Repression in unvorstellbarer Weise zu. Diese Repression hatte das Ziel, Menschen in den noch besetzten Gebieten zu töten, zur Zwangsarbeit und in die KZ-Lager zu verschleppen und ihre Städte und Dörfer niederzubrennen. Wehrmacht, Waffen-SS, SD, Schutzpolizei, Geheime Staatspolizei und die französischen Milzen wüteten bei der Aktion „Waldfest“ in unvorstellbarer Weise in diesem kleingewordenen Teil Frankreichs.

Im Juli 1944 wurde in England eine Spezialeinheit aufgestellt, deren Aufgabe es war, im noch besetzten Teil Ost-Frankreichs gegen die deutschen Repressions-Truppen im Elsass und den Vogesen zu kämpfen. Gleichzeitig sollten die Aktionen der Résistance zur Befreiung der Franzosen von der deutschen Herrschaft unterstützt werden. Diese Spezialeinheit war Teil der SAS. Sie brachte mit Flugzeugen der Royal Air Force Soldaten und Material in die entlegenen Gebiete der Vogesen und auch an andere Orte in Frankreich. Im Zuge dieser Aufgaben brachte die SAS 102 Spezialisten des 2. SAS Regiments in die Region um Baccarat. Diese Unternehmung fand unter dem Decknamen Operation „Loyton“ statt.

Auf deutscher Seite der alliierten Front im Westen sollte eine neue massive Verteidigungslinie von Südbelgien bis zur Burgundischen Pforte, nahe der Schweizer Grenze, aufgebaut werden, um den alliierten Vormarsch aufzuhalten. Eilig wurden noch einsetzbare Soldaten, Parteifunktionäre, Hitlerjungen, BDM-Mädchen, Männer des Volksturms sowie ältere Personen zu Schanzeinsätzen zur Errichtung von Sperranlagen in die Vogesen und nach Lothringen kommandiert. Es fehlte den Deutschen an allem, um diese geplanten umfangreichen Anlagen zu errichten. Personalmangel, Materialmangel und Transportprobleme waren an der Tagesordnung. Drei Hitlerjungen dieser Transporte wurden bei diesem Einsatz getötet. Im Kampf um Viombois, einer Ferme bei Neufmaisons, kam Gerhard Nauert aus Karlsruhe mit 14 Jahren ums Leben. Mit ihm zusammen starb am gleichen Ort ein unbekannter Junge. Beide wurden von Maquisards erschossen. In Veney, bei der Ferme La Barraque, wurde ein Junge, der Horst Dieter Keller hieß, ebenfalls von Maquisards erschossen. Mitten in diesem Dschungel aus Stellungsbau, Widerstand, Repression, alliiertem Vormarsch und verdeckt operierenden Truppen der Alliierten lag nahe bei St. Pôle  an der Westseite der Vogesen die deutsche Nachtjagdleitstelle „Dingo“. Etwa 180 Soldaten und ihre Offiziere taten dort Dienst. Sie stellten in jedem Fall ein wichtiges Ziel dar, sowohl für die alliierten Truppen als auch für die Widerstandsgruppe, Groupe Mobile d‘ Alsace Vosges, deren Aktionsgebiet sich während dieser Zeit um die Radarstellung „Dingo“ gruppierte.

Die Aktion „Waldfest“ und die deutsche Repression 

 

Die Verbrechen der Aktion „Waldfest“ befahl der Reichsführer-SS Heinrich Himmler um Macht auszuüben, Leben zu vernichten, Familien zu zerstören, Menschen zu vertreiben, Menschen zu traumatisieren und die stärker werdenden Kräfte in der Résistance und die Unterstützer im Umfeld des Widerstandes „auszurotten“. Insgesamt vier Konferenzen der zuständigen Kommandeure der Sicherungseinheiten, der Wehrmacht und der SS fanden im Zusammenhang mit der Aktion „Waldfest“ zwischen dem 20. August 1944 und dem 6. September 1944 in den Vogesen statt. An der letzten Konferenz in Géradmer nahm Heinrich Himmler persönlich teil.

Ein Blick in die Organisationsstruktur der Aktion „Waldfest“ zeigt die Anwesenheit ihrer verbrecherischen Organisationen und ihrer Einzeltäter, bis hin in die kleinsten Orte in den Vogesen und ihrem westlichen Vorland. Der Reichsführer-SS Heinrich Himmler hielt sich zu dieser Zeit in seinem Hauptquartier bei Triberg im Schwarzwald auf. Ihm direkt unterstellt waren zwei Befehlshaber der Sicherheitspolizei, die in Straßburg und zu Beginn der der Aktion „Waldfest“ in Nancy stationiert waren. Der Befehlshaber Straßburg war für das Elsass zuständig und der in Nancy für das restliche noch nicht befreite Frankreich. Der Kommandeur in Straßburg war SS-Sturmbannführerführer Erich Isselhorst. In der Befehlsstelle Nancy, ab dem 16. September verlegt nach Fraize, einem kleinen Ort südlich von Nancy an der Westseite der Vogesen, führten die SS-Obergruppenführer Oberg und Suhr das Kommando.

Diesen beiden Befehlsstellen unterstand eine Vielzahl von Einsatzkommandos, die schon im August 1944 in Funktion traten. Zusätzlich wurden noch Jagdkommandos der Wehrmachtskommandantur Straßburg eingesetzt, die dem Kommando von Generalmajor Franz Vaterrodt unterstanden. Sie waren gemeinsam für die Aktionen gegen die französischen Widerstandskämpfer, die Soldaten der SAS und gegen die Bevölkerung verantwortlich. Die Einsatzkommandos und Jagdkommandos bestanden aus Angehörigen der Sicherheitspolizei, des SD, der Schutzpolizei und der Wehrmacht. Solche Einsatzkommandos hatten eine Mannschaftsstärke von 30 bis 100 Mann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Foto E. Wiedeking 1992

Generalmajor Franz Vaterrodt und das Wehrmachtskommando Straßburg

 

Erstaunlich ist die Darstellung der brutalen Einsätze der deutschen Einsatzkommandos bei der Aktion „Waldfest“ aus Sicht der Kommandierenden des Wehrmachtskommandos Straßburg, das in dieser Zeitspanne auch als Kampfkommando Straßburg fungierte und somit über eine übergeordnete Befehlsgewalt im Vogesengebiet verfügte. In den Berichten des Kampfkommandos wurden die menschenverachtenden brutalen Einsätze während der Aktion „Waldfest“ kleingeredet. Der Kampfkommandant Vaterrodt war sich darüber im Klaren, dass die Zeit, in der er seine Befehlsgewalt noch ausüben konnte, sehr kurz bemessen war. Außerdem war er sich bewusst, dass er in alliierte Gefangenschaft kommen könnte. So baute er den persönlich erwarteten Ereignissen vor und verteilte mit Hilfe seines Ersten Offiziers seine Mitschuld an den brutalen Verbrechen der Aktion „Waldfest“ auf die Schultern der anderen Befehlshaber der Sicherheitseinheiten. Die Realitäten, welche die Menschen in der betroffenen Region im Elsass und den Vogesen erlebten, straften die Aussagen Vaterrodts Lügen, dass die Organe der Sicherheitspolizei und des SD diesen Bestrebungen größtenteils machtlos gegenüber standen und nicht in der Lage waren, diesem Treiben wirksam entgegen zu treten.

Tatsache ist, dass beim Kampfkommando Straßburg und zusätzlich bei den Befehlshabern der Sicherheitspolizei Frankreich und Elsass, alle Planungen und die damit verbundenen Ausführungen der Morde und Unterdrückungsmaßnahmen der Aktion „Waldfest“ ihren Ursprung hatten. Diese Stellen waren durch ihre Befehlshaber, BDS-Frankreich, SS-Obersturmbannführer Friedrich Suhr und SS-Obersturmbannführer Carl Oberg, BDS-Elsass, SS-Sturmbannführer Erich Isselhorst und das Kampfkommando Straßburg, Generalmajor Franz Vaterrodt, zutreffend besetzt. Alle vier Befehlshaber waren „hochkarätige Nationalsozialisten“, die die Repressionsaktionen gegen die Menschen und die Morde, die an ihnen verübt wurden, problemlos in ihr Weltbild einzufügen verstanden. Alle vier für die „Innere Sicherheit“ im Kommandobereich von Straßburg zuständigen Befehlshaber zeichneten sich durch eine Vergangenheit bei der Staatspolizei, Sicherheitspolizei, dem SD, oder in der allgemeinen SS aus. Sie waren aufgrund ihrer früheren Einsätze in Kriegsgebieten oder nationalsozialistischen Dienststellen der Sicherheit mit dem „Handwerkszeug“ vertraut, das notwendig war um Menschen zu unterdrücken, zu foltern und zu töten. Von alledem ist in den Akten des „Politischen Reinigungsverfahrens“ betreffend Vaterrodt nicht einmal eine Andeutung zu finden. Nach Studium dieser Akten könnte man meinen, dass Franz Vaterrodt ein liebenswerter Mensch, ein Wohltäter für seine Mitmenschen, aber kein nationalsozialistischer Militarist mit umfassender Befehlsgewalt gewesen ist.

Operation Loyton, das 2. SAS-Regiment

 

Nach den ersten Erfolgen der alliierten Invasion in der Normandie entschied sich die SAS, die seit der alliierten Landung in der Normandie geplante Operation „Loyton“, auszuführen. Angesichts des immer kleiner werdenden Teiles des von Deutschen besetzten Frankreichs und der in diesem Raum immer stärker werdenden Repression der deutschen Kräfte sollten bei dieser Aktion britische Soldaten hinter der deutschen Front abgesetzt werden. Ihre Aufgabe bestand darin, die Kommunikationswege der Deutschen bei ihrem Rückzug aus Frankreich zu unterbrechen und gleichzeitig mit Hilfe der Résistance die Pässe über die Vogesen in Richtung Rhein freizukämpfen. Diese Aufgaben sollten im Bereich von Baccarat vom 2. SAS Regiment unter dem Kommando von Brian Franks zusammen mit dem Jedburgh–Team „Jacob“ unter dem Kommando von Captain Gough wahrgenommen werden. Zusätzlich waren noch einige Soldaten der Phantom-Signalbrigade mitgekommen. Sie wurden von Captain Hislop kommandiert.

Die Einheiten sprangen in nächtlichen Aktionen mit Fallschirmen zusammen mit ihrer Ausrüstung im Einsatzgebiet ab. Die Angehörigen der SAS, des Jedburgh-Teams und der Phantom-Signalbrigade waren reguläre englische Streitkräfte. Als solche trugen sie stets Uniformen und Erkennungsmarken. Ihnen stand bei einer Gefangennahme der Schutz zu, der Soldaten durch internationale Abkommen zugesprochen wird. Die Führung des 2. SAS Regiments, die zu dieser Zeit bei Brian Franks lag, nahm an, dass der Vormarsch der Alliierten nach der Invasion in der Normandie zügig nach Osten vorankommt und Frankreich in kurzer Zeit befreit sein würde. Sie rechnete damit, dass ihre Soldaten nur einige Tage auf sich selbst gestellt sein würden. Später jedoch ging diese Rechnung nicht auf. Die Soldaten der SAS, des Jedburgh-Teams und der Phantom-Brigade mussten vom August 1944 bis Anfang Oktober auf sich selbst gestellt operieren, und sind schließlich westwärts durch die deutschen Frontlinien zu den Alliierten zurückgegangen.

In dieser Zeit sind 31 Soldaten des 2. SAS Regiments getötet worden. Die meisten von ihnen durch ungerechtfertigte Hinrichtungen nach ihrer Gefangennahme oder bei ihrer Deportation durch die deutschen Repressionskräfte. Einige ihrer Gräber befinden sich auf dem Britischen Soldatenfriedhof in Dürnbach am Tegernsee.

 

 

 

 

 

Britischer Soldatenfriedhof in Dürnbach am Tegernsee.
Foto M. Wiedeking 2016

Deutsche Luftwaffensoldaten in St. Pôle - Die Radarstellung „Dingo“ 

 

Im Jahre 1944 gab es in Frankreich etwa 90 deutsche Radarstellungen. Ein Teil davon befand sich längs der nordwestlichen Atlantikküste. Ein weiterer, größerer Teil deckte die Landflächen zwischen der Normandie und Belgien sowie zwischen Genf und Metz ab. Die einzelnen Radarstellungen hatten für die Nachtjagdführung der deutschen Jagdflugzeuge einen Beobachtungsbereich von etwa 60 Kilometern im Durchmesser und waren mindestens mit zwei Radargeräten vom Typ Würzburgriese ausgerüstet. Die Stellungen waren in der Fläche so angeordnet, dass sich die Beobachtungsbereiche teilweise überlappten. Manche der Stellungen betrieben zusätzlich noch Fernradargeräte der Typen Wasserschloss oder Freya, die eine Beobachtungweite von etwa 400 Kilometern hatten. Die Aufgabe dieser Radarstellungen bestand darin, einfliegende feindliche Flugzeuge aufzuspüren und durch deutsche Jagdflugzeuge abschießen zu lassen. In der Nähe von St. Pôle, Département Meurthe-et-Moselle, gab es seit Mai 1944 auch eine solche Radarstel1ung. Sie trug den Namen „Dingo“. Die technische Ausstattung bestand aus zwei Radargeräten vom Typ Würzburgriese. Die Stellung besetzte die 6. Kompanie Luftnachrichten Regiment 305.  Am 13. September 1944 wurde die Radarstellung „Dingo“ der 3. Kompanie dem Luftnachrichten Regiments 42 zugeordnet.

Schon einige Zeit vor der Invasion der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, wurden die westlichsten Radarstellungen der Kammhuberlinie außer Betrieb genommen, und dafür weiter östlich in Frankreich neue Stellungen errichtet. So verließ am 4. Mai 1944 die gesamte Mannschaft des Ausbildungs-Regiments 305 mit ihrer Führung und dem Stab die westlich gelegene Stellung „Maus“ bei Langres, Département Lorraine. Zusammen waren es etwa 120 bis 150 Mann. Lastwagen der Kompanie brachten das gesamte Umzugsgut zum Bahnhof Meuse, wo schon der Zug wartete. Den Transport führten französische Eisenbahner aus. Am 6. Mai 1944, gegen 19 Uhr, erreichte der Transport ohne besondere Vorkommnisse Mervillier. Der Weg dahin führte über Toul, Blaineville, Lunéville und Baccarat. Da an diesem Abend noch keine Quartiere zur Verfügung standen, verbrachte die ganze Truppe die Nacht in den Eisenbahnwagen. Am 7. Mai wurden die Mannschaften in Quartiere in Montigny und St. Pôle  eingewiesen. Von ihren Quartieren aus gingen die Soldaten täglich zur Arbeit auf die Baustelle „Dingo“.

Die vordringlichste Aufgabe war, die beiden Würzburg-Riesen Gerät “Blau“ und Gerät „Rot“ aufzubauen, und zusammen mit dem Jägerleitstand zur Funktion zu bringen. Ein Fernradargerät gab es in der Radarstellung „Dingo“ nicht. Gerät „Blau“ dient zur Leitung des Nachtjägers, Gerät „Rot“ sollte die feindlichen Flugzeuge aufspüren und deren Kurs verfolgen. Die Messdaten von „Blau“ und „Rot“ wurden mittels Kehlkopfmikrofon über Draht an die Jägerleitstelle gegeben. In der Leitstelle projizierte man diese Daten mit einer Lichtpunkteinrichtung unter einen gläsernen Kartentisch, auf dem sie dann von oben als Lichtpunkte sichtbar waren. Die Bewegungen der Lichtpunkte wurden mit roter und blauer Farbe nachgezeichnet und zeigten den Kursverlauf des Fluges des Jägers und der feindlichen Flugzeuge an.

Die Radarstellung „Dingo“ war bis zu ihrer Räumung, am 15. September 1944, nie vollständig zur Funktion gekommen. Zudem gab es zu dieser Zeit schon nicht mehr genügend deutsche einsatzbereite Jagdflugzeuge und die Alliierten überflogen Frankreich immer häufiger und mit größeren Bomberverbänden, sodass sich die Radar-Einrichtungen zur Nachtjagdführung westlich des Reichsgebietes im Endeffekt als Waffe ohne „Biss“ herausstellten.

In der Radarstellung "Dingo" in den Vogesen, 1944. Archiv Wiedeking

Die G.M.A.-Vosges und der Kampf bei Viombois

 

Ende August 1944 wurden alle Kräfte der G.M.A.-Vosges zusammengezogen, um die Befreiung der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Natzweiler-Struthof vorzubereiten. Zu diesem Vorhaben gab es seit langem konkrete Planungen bei der Führung der Résistance. Unter anderem sollte die Personalstärke der G.M.A.-Vosges erhöht werden. Deswegen wurden neue Mitglieder, die sich der Widerstandsbewegung anschließen wollten, von verschiedenen Orten in den Bereich der Ferme Viombois geführt. Mit Hilfe massiver Versorgungsabwürfe durch die RAF sollten dann die Mitglieder der G.M.A.-Vosges und die neu hinzugekommenen Personen, die noch unbewaffnet waren, mit Waffen und Ausrüstung ausgestattet und anschließend sofort auf verschiedene Orte in der Umgebung verteilt werden.

In der Nacht des 3. September 1944 waren Waffen-Abwürfe in der Nähe von Veney, nur wenige Kilometer von Viombois entfernt, geplant. Diese mussten jedoch auf Grund schlechten Wetters in England kurzfristig abgesagt werden. Im Laufe des Tages hatten sich um die Ferme von Viombois etwa 800 Personen versammelt. Nur 100 davon, die erfahrenen Résistance Mitglieder, waren bewaffnet und mit notwendiger Ausrüstung und Munition versehen. 700 Personen, die zwar dem Widerstand dienen wollten, aber weder Waffen noch Ausbildung hatten, warteten auf die Waffen-Abwürfe.

Rings um die Ferme entwickelte sich bedingt durch die vielen Personen ein lagerartiges Treiben, das den deutschen Sicherungskräften nicht verborgen bleiben konnte. Außerdem war es wahrscheinlich, dass die in den nächsten Tagen geplanten Unternehmungen der G.M.A.-Vosges und der geplante Waffen-Abwurf, durch Verräter in den eigenen Reihen den deutschen Sicherungstruppen bekannt waren. Diese griffen am 4. September mit massiven Kräften im Rahmen der Aktion „Waldfest“ die Männer der Résistance und die unbewaffneten Versammelten an. Auf Grund des abgesagten Materialabwurfes blieb den bewaffneten Résistance-Mitgliedern nichts anders übrig, als die Unbewaffneten zu schützen und mit militärischen Mitteln auf diesen Angriff zu reagieren. Eine rasche Vereinzelung der Versammelten, noch vor diesem Angriff, war unmöglich. Die Lage bei der Résistance war zum Zerreißen gespannt, zumal es noch am Morgen vor dem eigentlichen Angriff der deutschen Sicherungskräfte zu Zusammenstößen mit einzelnen deutschen Soldaten und mit einer Gruppe von Hitlerjungen und BDM-Mädchen gekommen war, die auf dem Weg zu ihrem Schanzeinsatz unterhalb der Ferme Viombois in Richtung Neufmaisons auf einem Pferdegespann vorbei fuhren oder vorbei marschierten.

 

Chaos und Fanatismus der deutschen Militärführung - Viombois und La Barraque

 

Der deutschen Militärführung im Elsass waren die Anwesenheit der Widerstandskämpfer der G.M.A:-Vosges bei Viombois, der geplante alliierte Versorgungsabwurf durch die SAS bei Veney und die verdeckt operierenden Soldaten des britischen 2. Regiments SAS in der Ferme La Barraque seit Tagen bekannt. Sie wusste genau, dass geplant war, am 4. September 1944 im Zuge der Aktion „Waldfest“ die Widerstandsgruppe G.M.A.-Vosges und den Unterschlupf des 2. Regiments SAS bei La Barraque mit militärischen Kräften anzugreifen.

Trotzdem ließ sie es zu, dass etwa 900 Karlsruher Hitlerjungen und BDM-Mädchen an diesem Tage im Bereich der vorgesehen Kampforte zum Einsatz kamen, um Schanzarbeiten zu verrichten. Erst als drei Hitlerjungen bei den Kämpfen zu Tode gekommen waren, hatte man den größten Teil der jungen Menschen aus der unmittelbaren Kampfzone in die nahe liegende Nachtjagdstellung „Dingo“ bei St. Pôle  gebracht. Mit diesen zusätzlichen fast 900 jungen Menschen war die Stellung „Dingo“ vollständig überbelegt. Ein möglicher Angriff der Alliierten auf diese militärisch wichtige Stellung hätte zwangsweise viele Opfer gefordert. Die Jungen und Mädchen waren also auch dort in höchster Gefahr. Gut ausgestattete alliierte Kampftruppen hätten diese Stellung in kurzer Zeit dem Erdboden gleich machen können. Die Front der alliierten Truppen verlief nur wenige Kilometer westlich von der Stellung „Dingo“.

Einige der Hitlerjungen und BDM-Mädchen befanden sich außerhalb der Stellung „Dingo“ in Gefangenschaft der Widerstandskämpfer in der Ferme Viombois. Dabei standen sie Todesängste aus, im Kampfgeschehen getötet oder als Gefangene hingerichtet zu werden. Die Gefangenen wurden auf dem Bauernhof eingesperrt.

Ein Teil der jungen Gefangenen lernte in der Schule Französisch und hat die Meinungsverschiedenheiten über die Behandlung der Gefangenen miterlebt und wenigstens teilweise verstehen können. Einige Widerstandskämpfer waren dafür, alle Gefangenen sofort zu erschießen. Doch Marc, Doktor Henri Meyer, der das Kommando in Viombois hatte, befahl, die Gefangenen nicht zu töten. Nach Erinnerung der Gefangenen befanden sich zwei Pfarrer auf dem Hof. Einer davon war Abbé Paillet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Heutige Gedenkstätte Viombois in den Vogesen.
Foto E. Wiedeking 1990

48 Jahre danach - Begegnung mit den Menschen

 

Fast zweieinhalb Jahre nach unserem ersten Besuch in Viombois kam es 1992 zum Treffen mit den Beteiligten der Ereignisse vom September 1944. 

Dicke Regenwolken hingen am Himmel, als wir am Morgen des 5. September 1992 von Sipplingen nach Raon-l‘Étape abfuhren. Familie Fouldrin hatte uns dort im Hotel L‘Eau Vive, Wasser des Lebens, ein Zimmer reservieren lassen. Um 11 Uhr wollten wir uns dort treffen. Schon gegen 9.30 trafen wir in Raon-l‘Étape ein. Fürs Hotel war es noch viel zu früh und so fuhren wir vorher nach Baccarat, St. Pôle  und Neufmaisons. Kurz nach 11 Uhr sahen wir uns dann beim Hotel zum ersten Mal. Esther Fouldrin kannten wir schon von Fotos. Sie kam mit ihrem Mann Raymond auf uns zu. Es war eine herzliche Begrüßung. Gemeinsam liefen wir durch Raon-l‘Étape. Viele Mauern trugen noch die Spuren der deutschen Besatzung. Gleich neben dem Hotel Centre Ville steht das Rathaus. Es war gut renoviert, nur eine Stelle an der Hauswand war seit dem 4. September 1944 unverändert geblieben. Eine kleine Tafel erinnert an Herrn Tisserand, damals Bürgermeister von Raon-l‘Étape. Die Schussspuren geben Auskunft über seinen Tod. Man brauchte kein Französisch zu können, um zu erfahren, was hier vor 48 Jahren geschehen war.

Beim Mittagessen saßen wir zum ersten Mal einem Mitglied der Résistance gegenüber. Es war Raymond Fouldrin, der Soldat Yves der G.M.A.-Vosges von 1944, der von den Deutschen gefangen, ins KZ Dachau eingeliefert, gefoltert und zum Invaliden gemacht worden war. Wer uns vier sah, ahnte nichts von unserer Vorgeschichte Es schien, als hätte es die grausame Zeit der Vergangenheit für Raymond Fouldrin nie gegeben. Seine Anwesenheit strahlte Ruhe aus, die sich bald auch auf uns übertrug. Nach dem Essen fuhr er noch nach Allarmont zu einer befreundeten Familie, danach holte er uns in Raon ab und brachte uns nach Neufmaisons. Dort hielten wir vor der Schule, die am 27. August 1944 von den Deutschen in Brand gesteckt worden war. Eine Tafel erinnerte an das Martyrium der Funker der G.M.A.-Vosges J. Remy, A. Blaise, A. Lutringer und an die Hinrichtungen der Lehrerin Gadat, Calba Andrée, des Lehrers Guy Dechamps und dessen Sohn Roger, durch die Gestapo .

Zur Feier des 48. Jahrestages des Kampfes bei Viombois wurden das Monument und die Ruine des Bauernhofs mit französischen Fahnen geschmückt. Gemeinsam mit Frau Fouldrin warteten wir auf die Feier, die abends um 21 Uhr beginnen sollte. Langsam brach die Dämmerung herein und die ersten Teilnehmer der Feier versammelten sich. Wir hielten uns ein wenig abseits und beobachteten, wie sich etwa einhundert Männer, Frauen und Kinder vor dem Monument einfanden. Einige Soldaten der französischen Armee trafen ein und hielten später mit umgehängten Maschinenpistolen auf den unteren Stufen des angestrahlten Monuments Wache. Zwei Soldaten mit Fackeln stellten sich oberhalb von ihnen auf. Roger Souchal von der G.M.A.-Vosges trat an das Mikrofon und las die etwa 400 Namen der getöteten Angehörigen der Résistance vor. Nach jedem Namen antworteten die Versammelten: „Mort pour la France“, gestorben für Frankreich. Während der Namenslesung gingen Angehörige der Getöteten und ehemalige Mitglieder der Résistance, begleitet von einem Soldaten zum Monument, um dort mit einer Fackel in der Hand für einige Minuten die Ehrenwache zu halten. Alte Menschen, aber auch Kinder hielten die Wache, um ihre Verbundenheit mit den Toten zu zeigen. Die Zeremonie endete mit dem Lied der Résistance.

Am nächsten Morgen, Sonntag den 6. September 1992, holte uns die Journalistin Monique Harris am Hotel ab und fuhr mit uns nach Viombois zum Monument der G.M.A.-Vosges. Eine große Zahl von Menschen hatte sich bereits versammelt. In der Ruine des Hofes war ein Altar aufgebaut. Im Garten der Ruine wartete die Musikkapelle von Charmes. Ihr gegenüber saßen die Veteranen der Résistance mit ihren Fahnen. Zum Teil trugen sie noch Stücke ihrer alten Uniformen. Uns war ein wenig mulmig zu Mute, denn wir hatten erfahren, dass wir wahrscheinlich die ersten Deutschen waren, die bei einer solchen Gedenkfeier anwesend waren. Die Messe begann und Abbé Paillet, etwa 80 Jahre alt, nahm uns sofort mit seiner starken Stimme in Bann. Ruhe breitete sich über dem ehemaligen Kampfplatz von Viombois aus und auch wir fühlten uns gut aufgehoben. Im Anschluss an diese Messe fand eine offizielle Feier am Monument statt. Personen aus dem öffentlichen Leben, Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Ehemalige der G.M.A.-Vosges und Soldaten der französischen Armee legten am Monument Blumengebinde nieder. Eröffnet wurde die Gedenkfeier mit der Französischen Nationalhymne, die von der Kapelle von Charmes vorgetragen wurde. René Ricatte verlas die Namen der 57 Männer, die beim Kampf in Viombois getötet worden sind. Alle Umstehenden antworteten nach jedem Namen: „Mort pour la France“. Mit einer Ansprache von Roger Souchal und dem Lied der Résistance ging die Gedenkfeier zu Ende.

Für uns war es die Erfüllung eines wichtigen Anliegens. Durch meinen Vater waren wir so etwas wie „Beteiligte“ an den Geschehnissen um „Dingo“, Neufmaisons und der Repression gegen die Bevölkerung geworden. Unsere Fragen über diese Zeit und ihre Ereignisse hatten manche Antwort gefunden, die uns ruhiger machte, auch wenn wir nicht auf alles was geschehen war eine schlüssige Antwort finden konnten.

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles Thema

Flucht und Vertreibung

1945 Die Flucht von Bublitz/Pommern, nach Tönning/Schleswig-Holstein

Autor Wolfgang Quade

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   Silja Maria Wiedeking
Writer - Journalist - Author 

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Vor dem Vergessen bewahren

Foto ca. 1937 

Josef Märte

aus Sipplingen am Bodensee. 

Josef wurde am

18. 09. 1919 in Sipplingen geboren und wird seit dem

03. 08. 1044 in 

Stupia - Pacanow /Polen vermisst. 
Laut Meldung war Josef am 3. August 1944 bei der

2. Kompanie leichte Feldwerftabteilung (motorisiert) I/40 
An Josef wird noch heute auf dem Grabstein seiner Eltern und Schwester auf dem Friedhof in Sipplingen erinnert. 

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Jüdischer Friedhof in Bad Buchau. Foto August 2016

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Der Durnbach War Cemetery und das Durnbach Cremation Memorial ist eine Kriegsgräberstätte der Commonworlth War Graves Commission, die in Gmund am Tegernsee im Ortsteil Dürnbach liegt. Foto Juli 2016

Diese beiden Fotos zeigen Wolfgang, Jürgen und Elmar bei der Spurensuche im Bereich der ehemaligen Nachtjagdstellung in Eppingen. Fotos März 2016

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